Erster „Kulturfreitag“

 

Nach einem längeren Prozess der Meinungsfindung über die Gestaltung des gemeinsamen Lebens im Seminar, hatten Hausleitung und Studentenschaft von St. Lambert im vergangenen Sommer unter anderem beschlossen, sich jedes Trimester an einem sogenannten „Kulturfreitag“ der Welt der Kunst und Kultur zuzuwenden. Gemeint sind damit etwa gemeinsame Theater-, Ausstellungs- oder Konzert-Besuche, aber auch Ausflüge an Orte  vergangenen oder gegenwärtigen kirchlichen und geistlichen Lebens.

 

Ein erster Anlauf hierzu wurde am Nachmittag und Abend des 10. November unternommen. Ziel waren das „heilige Köln“ und seine romanischen Kirchen. In zwei kleineren Gruppen wurden die Teilnehmer des „Kulturfreitags“ zunächst durch St. Maria im Kapitol geführt. Hierbei standen vor allem kunsthistorische Zugänge und Details im Vordergrund, die sowohl Einsichten über Notwendigkeiten und Möglichkeiten romanischen Bauens brachten, aber auch Fragen ausgelöst haben dürften über die „lebendigen Steine“, sprich: den Glauben und das Denken derer, die diese Kirchen erbaut, erhalten und belebt haben.

 

Eine mögliche Antwort auf diese Fragen wurde den Lantershofenern am frühen Abend dann in Groß St. Martin angeboten: an dieser ebenfalls in den 1980er Jahren wieder fertig aufgebauten und renovierten ehemaligen Klosterkirche, leben seit 2009 Brüder und Schwestern der aus Frankreich kommenden „Monastischen Gemeinschaften von Jerusalem“. Ihr Versuch eines monastischen Lebens mitten in der Wirklichkeit von Großstädten wie Paris, Brüssel oder eben Köln, wirkt überzeugend und anregend. Nicht zuletzt durch ihre von der Ostkirche inspirierten Liturgie, nehmen die „Bewohner“ von Groß St. Martin nicht wenige Menschen mit auf einen zeitgenössischen und belastbaren Gebets- und Lebensweg. Nach der Mitfeier der Vesper kam es mit Sr. Edith, der Oberin der Schwestern, zu einer guten Begegnung.

 

Die Fußwege durch Köln und der Aufbruch zur Rückkehr nach Lantershofen waren schließlich eingebettet in sehr rheinische Spielarten von Kultur, war es ja schließlich der Vorabend von St. Martin sowie der Eröffnung der Karnevalszeit.

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