Scholawochenende in Münsterschwarzach

Auch die heutige Praxis der Tagzeitenliturgie, also des Stundengebets, zu dem die Kirche alle Christgläubigen einlädt und ihre Kleriker und Ordensleute verpflichtet, verdankt sich in weiten Teilen den Gepflogenheiten des frühen Mönchtums und der Klöster des christlichen Westens. Eine Einsicht, die Grund genug für einige Mitglieder der Schola von St. Lambert war, um einmal etwas über den Tellerrand zu schauen und das Wochenende vom 29. September bis 1. Oktober 2017 in der Benediktinerabtei Münsterschwarzach bei Würzburg zu verbringen. 

 

Ihr kleiner, vom Verfasser dieses Berichts vorbereiteter und durchgeführter Workshop, beschäftigte sich in erster Linie mit einer Einführung in das von den Münsterschwarzacher Mönchen erarbeiteten muttersprachlichen 'Benediktinische Antiphonale', also den Büchern, die seit den 1970er Jahren in vielen deutschsprachigen Klöstern für das gesungene Stundengebet verwendet werden. In den kurzen Theorie- und Praxiseinheiten in einem Seminarraum des Gästehauses des Klosters, aber vor allem im Mitfeiern der Stundenliturgie in der Abteikirche wurde spürbar, was die exegetischen Aussagen vor allem über die Psalmen als 'Gotteswort in Menschenwort' in konkret sprachlicher, rhetorischer und schließlich musikalischer Hinsicht bedeuten können: anspruchsvolles und aktives Hören auf und Be-Tonen des Schrifttextes.

 

Als sehr unterhaltsam und kurzweilig erwies sich eine Begegnung mit P. Rhabanus Erbacher, neben Godehard Joppich einer der Hauptverantwortlichen für die musikalische und sprachliche Gestalt sowohl des 'Benediktinischen Antiphonale' als auch des 'Antiphonale zum Stundenbuch', also der vertonten Fassung des derzeitigen deutschen Weltpriesterbreviers.

 

P. Maximilian Grund, Absolvent von St. Lambert aus dem Jahr 2015, ermöglichte den Workshop-Teilnehmern Einblicke in die 1200-jährige Geschichte und hinter die Klostermauern von Münsterschwarzach, dessen Küche die Scholaren bei den Mahlzeiten mit Erzeugnissen aus der hauseigenen Gärtnerei, Bäckerei und Metzgerei rundum beglückte. Eine Einladung des derzeitigen Hauszeremoniars von St. Lambert, Thomas Rudolf, in seine Heimatstadt Wiesloch, machte selbst die Rückfahrt zu einem Erlebnis, galt es doch einen sich biegenden Kaffeetisch im Hause Rudolf zu erleichtern und anschließend den lokalen und geistlichen Wurzeln eines Mitstudenten nachzuspüren.

 

Ut in omnibus glorificetur Deus – Auf dass in allem Gott verherrlicht werde!

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